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Feuerwehr

Langer Weg zur Tauchergruppe, kurzer Weg zum Einsatz

Text von Regine Frerichs und Malte Kühl

Die Feuerwehr Hamburg...

 

...hat seit Anfang dieses Jahres eine eigene Tauchergruppe. Historisch gesehen tauchen die Männer von der Hamburger Feuerwehr allerdings schon seit Jahrzehnten. Und in dieser Zeit haben sich ganz besondere Verbindungen und Freundschaften zu Tauchergruppen des Bundesgrenzschutzes und der DLRG entwickelt.

Bereits nach dem Zweiten Weltkrieg war es...

 
 ...für Feuerwehrmänner (Frauen gab es damals noch nicht bei der FW) Vorschrift eine Rettungsschwimmerprüfung abzulegen. Hierfür ist bekanntlich die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft zuständig. Offensichtlich hatten die Feuerwehrmänner viel Spaß beim Schwimmen. denn es blieben viele aktiv in der DLRG tätig. 1961 gründete man innerhalb der DLRG den "Bezirk Feuerwehr. Das Tauchen wurde im Laufe der Zeit auch bei den Hilfsorganisationen eingeführt, so dass schon in den frühen 60er Jahren mit Hilfe des damaligen Amtsleiters. einige Tauchgeräte beschafft werden konnten. Im Juni 1965 ereignete sich ein tragischer Unglücksfall: bei Übungen in der Ostsee kam ein Taucher ums Leben. woraufhin die taucherischen Aktivitäten so gut wie eingestellt , wurden.
  Es dauerte weitere acht Jahre...
 

 

 

...bis man sich im Mai 1973 erneut entschloss. eine eigene Tauchergruppe ("Bezirk Feuerwehr-) innerhalb der DLRG aufzustellen und auszubilden. Nun hätte man sagen können: Die DLRG hat eigene Feuerwehrtaucher. Allerdings nicht nach den Vorschriften. die Ausbildung und Einsätze von Feuerwehrtauchern regeln. Bis Ende der 80er Jahre wurden unzählige Taucheinsätze und Übungen, der ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder der Tauchergruppe für die Feuerwehr durchgeführt. In den folgenden Jahren musste die Feuerwehrleitung feststellen, dass ein Bedarf an eigenen Tauchern bestand. Gerade in einer so wasserreichen Stadt wie Hamburg. Um aber ganz offiziell bei Feuerwehreinsätzen tauchen zu dürfen, musste eine dienstrechtliche Absicherung geschaffen werden. So wurde durch die Bemühungen von Beamten des mittleren Dienstes und mit Hilfe der Feuerwehrleitung und -verwaltung eine eigene Tauchergruppe eingerichtet. Aber nicht nur die Mitarbeiter des verwaltungsrechtlichen Überbaus wurden in Gang gesetzt, auch die Praxis musste in Bewegung kommen: Seit 1995 wurde an der Ausbildung der Taucher gearbeitet. Im Mai 1996 konnten die ersten 13 Taucher. die in Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr Bremerhaven ausgebildet wurden, ihre Prüfung zum Feuerwehrtaucher Stufe I ablegen. So waren die ausgebildeten Taucher bereits 1996 vorhanden. Schon im Oktober desselben Jahres bekam die Tauchergruppe ein eigenes Einsatzfahrzeug. welches entsprechend ausgerüstet und für den speziellen Bedarf umgebaut worden war. Der Weg der dienstrechtlichen Anerkennung war aber erst im Januar 1998 zu Ende. Und so kann man heute sagen: "Die Feuerwehr Hamburg verfügt über eine Schnelleinsatzgruppe Tauchen". Seit Ihrer offiziellen Gründung hat diese Gruppe bereits mehrere Einsätze erfolgreich ausgeführt.

Über ihre Entstehung hinaus haben die Taucher der Feuerwehr nicht nur freundschaftliche Verbindungen zur DLRG...  

 

 

...auch mit der Bundespolizei verbindet sie eine langjährige Freundschaft.1976 traf man sich erstmals, sozusagen ganz unfreiwillig, beim Bruch des Elbe-Seitenkanals. Offensichtlich hat die dortige Zusammenarbeit gut funktioniert, denn es wurden in den nachfolgenden Jahren, und dann ganz freiwillig, mehrere Einsätze und auch Übungen zusammen durchgeführt. Und so konnten die Feuerwehrtaucher aus Hamburg noch bis vor kurzem im Tauchtopf der Bundespolizei in Winsen/Luhe trainieren. Dies ist nun nicht mehr möglich. da die Bundespolizei den Standort Winsen aufgeben musste. In Hamburg haben die Feuerwehrtaucher eine Doppelfunktion. Die Ausbildung zum Taucher ist freiwillig und zusätzlich zu der jeweils normalen Tätigkeit innerhalb der Feuerwehr. Bei Bedarf werden die Taucher über Meldeempfänger angefordert und von ihren üblichen Dienstaufgaben freigestellt (oder im dienstfreien Fall aus der Freizeit geholt). Die Einsatztätigkeiten erstrecken sich im Rahmen der Gefahrenabwehr auf die Suche. Rettung und Bergung vermisster Personen und die von Gegenständen, von denen eine Gefahr für die Umwelt ausgehen kann. Zu den Aufgaben gehört weiterhin die Suche und Bergung großer Sachwerte. Aber auch technische Hilfeleistungen an vier Löschbooten und ca. 45 Kleinbooten der Feuerwehr sowie Absicherung von Übungen der Landesfeuerwehrschule (Akademie für Rettungsdienst und Gefahrenabwehr) werden durchgeführt. Die Tauchergruppe ist aber nicht nur bei Einsätzen zu sehen. Neben der Freundschaftspflege zum THW, DLRG und Bundespolizei wird auch der Kontakt zur Bevölkerung aufgebaut. Dies zeigt sich bei Eistauch -und Rettungsvorführungen beim winterlichen „Alstereisvergnügen'' oder auf der Messe "Hanse-boot". Auch für Filmaufnahmen von NDR und SAT 1 wurde schon getaucht. So war der Weg zur Anerkennung einer eigenständigen Tauchergruppe der Feuerwehr lang, obwohl die praktische Verbindung zum Tauchen schon fast historisch genannt werden kann. Der Weg zum Einsatz dürfte allerdings kürzer und schneller sein.Viel schneller. Nachtrag: Während dieser Artikel gerade geschrieben wurde. gab es einen Alarm bei der Tauchergruppe. Person im Wasser - Binnenalster Die Einsatztaucher suchten eine Minute am Grund der Alster. bevor sie die traurige Aufgabe hatten die ertrunkene Person dem Notarzt zu übergeben. An über 50 Standorten entlang der Nord- und Ostseeküste sind unsere modernen Seenotkreuzer stationiert. Ihre Hilfe macht es möglich, dass rund 600 freiwillige und 180 festangestellte Rettungsmänner ständig im Einsatz sind auf dem „Kurs Menschenretten".Daß wir dabei dem Steuerzahler nicht auf der Tasche liegen, sondern nur Ihre Spendenbereitschaft dies ermöglicht, macht uns ein wenig stolz.

 


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