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Deutschlands tiefster Punkt im Fokus der Wissenschaft

Von Sabine Risch, LN, n-online/lokales vom 02.09.2007 00:00 

 

Offendorf - "1. International Hydrography Summer Camp" steht auf dem Schild an der Zufahrt zur Badeanstalt Offendorf, während weiter unten, in der Unterkunft, die die Seepfadfinder vom Stamm "Dwarsslöpper" sonst nutzen, ein Rechenzentrum eingerichtet ist. Doch die Teilnehmer des Camps suchen keine Pfade, sondern archäologische Relikte slawischer Siedlungen - und sie vermessen die tiefste Stelle Deutschlands, die sich im Hemmelsdorfer See befindet. Alles mit hochmoderner Technik, die die Hafen City Universität Hamburg (HCU) zur Verfügung stellt.

Der Fachbereich Geomatik (Vermessungswesen) bietet den Bachelor-Abschluss an, Hydrographie (Seevermessung) als anschließenden, international zertifizierten Masterstudiengang gibt es bundesweit nur in Hamburg, weltweit an 20 Hochschulen. Die Absolventen sind gefragt, werden für die Exploration von Öl- und Gasquellen, den Pipeline-, Hafen- und Kanalbau weltweit gesucht.

Freiwillig sind die 15 Studenten während der Semesterferien an den Hemmelsdorfer See gekommen - aus Hamburg, Wien, Oldenburg und Madrid, denn vom Camp mit Prof. Dr. Volker Böder und Team können sie etwas mitnehmen, was sie sonst während ihres Studiums kaum erlangen: Praxiserfahrung inklusive Umgang mit hochmoderner Technik wie Fächer-Echolot, Magnetometer und Side-Scan.
 

Gelegentlich wird Englisch gesprochen, vor allem wegen Laura Centeno und Juana Ruiz Perer: Die beiden Spanierinnen sind erstmals in Deutschland, studieren in Madrid Topographie. "Dos días en Hamburgo" haben sie hinter sich, alles "muy bien", jetzt sind sie seit fünf Tagen im kleinen Offendorf.

Wo die jungen Wissenschaftler und ihre Ausbilder im übrigen "mit offenen Armen empfangen wurden". Das Seepfadfinderheim wurde ihnen samt Schlafsaal zur Verfügung gestellt, in der Badeanstalt können sie duschen, "und wir haben sämtliche Schlüssel zur Verfügung gestellt bekommen". Diplom-Ingenieur Axel Wrang von der HCU spricht gar von "einzigartiger Wärme und Herzlichkeit".

Dass im Hemmelsdorfer See der tiefste Punkt Deutschlands liegt, ist bekannt. Zwar gibt es in der Nordsee, etwa 100 Kilometer nordwestlich von Helgoland, eine 70 Meter tiefe Stelle - aber Hemmelsdorf ist mit 0,1 Meter unter NN und einer Wassertiefe von 39,5 Metern die tiefste Stelle des Festlands.

Aber es gibt Schwankungen, zudem erlauben die modernen Messmethoden eine enorm hohe Genauigkeit. Am Freitag steuerten Kapitän Conny Lohmann, Dipl.-Ingenieur Arne Sauer und Prof. Böder samt Studenten besagte Stelle südlich der Möweninsel an. Just im richtigen Moment ließ Studentin Christin Wolmeyer eine Boje samt Deutschland-Fahne zu Wasser - jetzt ist die tiefste Stelle Deutschlands neu vermessen und markiert.

Doch die Wissenschaftler hoffen auch auf archäologische Funde aus slawischer Zeit. "Archäologen gucken nur an Land, wir können mit unseren Instrumenten auch das Wasser absuchen", erklärt Axel Wrang. Doch was sie bislang (möglicherweise) entdeckt haben, verraten die Hamburger nicht. "Nächste Woche kommen die Archäologen dazu", sagt Volker Böder. Und vielleicht wird dann ja ein Geheimnis gelüftet.

Von Sabine Risch, LN

 


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