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Reportage

Schule unter Wasser

Lehrgang zum Schiffstaucher (Atemluft- Helmtauchgerät)

von Regine Frerichs

Der zwölfwöchige Lehrgang Schiffstaucher AHG der Marine in Neustadt ist eine der Voraussetzungen für den zivilen Abschuss als geprüfter Taucher.

Von den bei der Marine Neustadt durchgeführten an Taucherlehrgängen ist der Schiffstaucherlehrgang mit einer Dauer von zwölf Wochen der längste. Einmal im Jahr können 16 Teilnehmer ausgebildet werden. Drei Ausbilder, ein Hörsaalleiter, 2 Hörsaalgruppenleiter und ein Taucherarztgehilfe führen die Lehrgang durch. Begleitend stehen, je nach Aufteilungsplan, Truppenfachlehrer und ein Taucherarzt zur Verfügung.

Die Teilnehmer setzen sich aus Stützpunkttauchern und Waffentauchern der Marine zusammen. Teilweise nehmen auch Angehörige der 3. Inspektion teil, wenn sie im Rahmen der Ausbilderausbildung die entsprechenden Lehrgänge zuerst als Teilnehmer, dann als Ausbilderassistenten durchlaufen müssen.


Helmtaucher bei Schweißübungen

Voraussetzungen:
Ein abgeschlossener Lehrgang im Lichtbogenhandschweißen, die Ausbildung als Schwimmtaucher (Abflussnote: mindestens befriedigend), oder Angehöriger der Bundeswehr. An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich immer wieder Zivilisten bei der Marine um einen Ausbildungsplatz zum geprüften Taucher bewerben. Zwar ist die Ausbildungsstätte zivilrechtlich anerkannt, darf aber nur Angehörige der Bundeswehr ausbilden! Dieses sind nur Berufs- oder Zeitsoldaten, da die Ausbildung entsprechend zeitaufwendig und kostenintensiv ist.

Lehrgangsablauf:
Der Lehrgang wird in zwei Phasen eingeteilt: 1. die Landphase 2. die Seephase Die Landphase dauert vier Wochen. Während dieser Zeit findet der größte Teil des theoretischen Unterrichts statt. Die praktischen Übungen finden in dem Marineeigenen Taucherübungsbecken und im Tauchtopf statt. Hier werden die Taucher mit den zur Verfügung stehenden Gerätschaften vertraut gemacht. Die praktische Gewöhnung wird von Lauftraining und Sport begleitet.

Die zweite Phase (Seephase) dauert sieben Wochen. Hierfür steht eines der beiden ca. 60m langen Tauchschulboote Juist oder Baltrum zur Verfügung, deren Ausstattung zu Recht die Bezeichnung Taucherschulboot trägt. Zu Beginn werden Sicherheitsübungen durchgeführt: Taucher bergen, "trockene Deko", "Durchschießen", Simulation des Ausfalls der Luftversorgungsanlage etc. Während dieser Übungen ist ein Taucherarzt anwesend, der direkt nach den Übungen die Reaktion der Auszubildenden überprüft. Hier wird auch das Zusammenspiel zwischen Taucher und Decksmannschaft eingeübt.

 

Die handwerklichen Übungen bestehen aus Schweißen und Brennenschneiden verschiedene Objekte, Holzarbeiten, dem Bau von Leckpatschen zum abdichten größerer Lecks an Schiffen, arbeiten mit der thermischen Fackel, Stroppen meißeln, dem Einsatz von Hydraulik- und Druckluftwerkzeugen, Übungen mit der Spül-Lanze, Arbeiten mit Steinzange und -kette, Suchübungen diverser Art zum Beispiel dem Schleppsuchverfahren und dem Einsatz des Suchsonars.

Auch die Handhabung von UW- Videokameras steht auf dem Ausbildungsplan.

Die verschiedenen praktischen Anwendungen in werden zum Teil unter schlechten Sichtbedingungen und auch nachts durchgeführt, da die Arbeiten im 'richtigen Leben' ja nun mal unter Bedingungen stattfinden,


Die beiden Taucherschulschiffe "Juist" und "Baltrum" im Neustädter Marinehafen. Sie sind optimal für die Taucherausbildung auf See ausgerüstet.

die man sich nicht aussuchen kann. Während der letzten beiden Wochen auf See werden Tieftauchgänge in 40 bis 60m Tiefe durchgeführt. Diese finden in der Regel vor Bornholm statt, da hier die entsprechenden Tauchtiefen gegeben sind. Auch bei schlechtem Wetter kann hier getaucht werden, da die Tauchplätze dicht unter Land liegen. Jeder Teilnehmer absolviert während des Lehrgangs ca. 60 Tauchstunden.

Leistungsnachweise:
Begleitend zum Lehrgang finden regelmäßige Leistungsnachweise statt. In der Theorie werden acht Klausuren geschrieben, jeweils zwei in Medizin, Dienstkenntnis, Gerätekunde und Taucherdienst. Die praktischen Aufgaben werden zunächst geübt und später in Anwesenheit eines Ausbilders unter Zeit- und Materialvorgabe durchgeführt. Während des gesamten Lehrgangs werden die Teilnehmer von den Ausbildern beobachtet, um am Ende eine Beurteilung über das Verhalten an Oberdeck und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit abzugeben.

Der Schwerpunkt der Benotung liegt im praktischen Bereich. Wird der Lehrgang von mit einer Gesamtnote von ausreichend abgeschlossenen, so gilt er als bestanden.

Anerkennung und Aufbaumöglichkeiten:
Im Rahmen des Berufsförderungdienstes der Bundeswehr besteht die Möglichkeit für ausgebildete Schiffstaucher die zivilrechtlich anerkannte Prüfung zum geprüften Taucher abzulegen. Diese findet einmal jährlich mit zirka 14 Prüflingen vor der IHK Lübeck statt.

Die Voraussetzung zur Prüfungszulassung sind die allgemeinen zivilrechtlichen Zulassungsbedingungen. Der abgeschlossene Lehrgang Schwimmtaucher wird von der Feuerwehr als Feuerwehrtaucher Stufe 1 anerkannt, der abgeschlossener Lehrgang zum Schiffstaucher als Feuerwehrtaucher Stufe 2. Hierdurch entstehen weiter Berufs Möglichkeiten für Zeitsoldaten im Bereich der Taucherei.


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