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Berufstaucher

Dückerreparatur
In Ortslage Trier / Mosel km 187

von Friedrich Wallerstein

 

Bei Baggerarbeiten im Flussbett der Mosel beschädigte der Zahngreifer vom eingesetzten Schwimmbagger unterhalb der Sohlentiefe eine Rohrleitung. Die Taucher vom Wasser- und Schifffahrtsamt Trier führten die Reparaturen aus.

Die Situation
Einige Stunden nach der Beschädigung stellte sich heraus, dass es sich um ein als Dückerleitung verlegtes Wasserrohr des am linken Ufer liegenden Stadtteils von Trier handelte. Nach Aussage eines Mitarbeiters vom Wasserwerk war der Dücker etwa sechs bis acht Jahre vor dem Ausbau der Mosel zur Schifffahrtsstraße unter die damalige Fluss-Sohle verlegt worden. Das Alter der Leitung betrug etwa 40 Jahre. Durch eine Preßluftdruckprüfung wurde das Leck genau lokalisiert. Die anschließende Untersuchung durch Taucher ergab folgendes Bild:
Die Rohrleitung selbst war nicht zu erkennen. Der Luftaustritt aus dem Leck verteilte sich auf einer Fläche von etwa einem Quadratmeter. Aufgrund der Taucheruntersuchung wurden verschiedene Reparaturmöglichkeiten in Erwägung gezogen.

Reparaturvorschläge
1. Die Dückerleitung im Bereich der Schadstelle freilegen
2. Das Leck mit einer Reparaturschelle freilegen
3. Sollte die Schadstelle größer sein, etwa in Breite des Zahngreifers, müsste eine Teilerneuerung in einer Länge von ca. zwei Meter durchgeführt werden. Hierbei währe es erforderlich gewesen, das beschädigte Teilstück aus der freigelegten Dückerleitung herauszubrennen und das neue Teilstück in entsprechender Länge beidseitig mit Reparaturschellen zu verbinden, um eine durchgehende Rohrleitung herzustellen.

Bei den Schellen handelte es sich um spezielle Reparaturschellen mit dem geforderten Durchmesser. Sie bestanden aus zwei Halbschalen, die miteinander verschraubt wurden und auf der Innenseite mit einer dicken, rippenförmigen Gummidichtung versehen waren.
Für den Reparaturvorschlag drei wurde wegen der zu erwartenden Reparaturdauer zwischenzeitlich eine Notversorgung unter Einsatz des Technischen Hilfswerks eingerichtet.

Vorbereitungen
Eine besondere Schwierigkeit für die Taucherarbeiten war die Lage des Einsatzortes: Schifffahrtsrinne mit Begegnungsverkehr. Durch einen Wahrschaudienst (Regelung des Schiffsverkehrs) wurde der Schiffsverkehr entsprechend gelenkt.
Nachdem dies Vorbereitungen getroffen und die Ersatzbeschaffung, Schweiß- und Schneidegerät, Sauerstoff, Stromaggregat, Wasserpumpe und Spülgerät vor Ort waren, wurde mit den Taucherarbeiten begonnen.

Schadensermittlung
Um das genaue Ausmaß des Schadens erkennen zu können, musste das Leck freigelegt werden. Hierfür war der weitere Einsatz des Baggers zu gefährlich. Daher wurde nun vom Taucher eine Spüllanze eingesetzt. Nach einiger Zeit war die obere Rohrfläche zu erkennen.

Das Leck in der Rohrleitung bestand aus einem etwa zwei mal drei Zentimeter großen Loch. Die Leitung war so verformt, dass die Ränder des Lecks nach außen aufgebogen waren. Daher konnte keine Reparaturschelle angebracht werden.

Die Spülarbeiten wurden fortgesetzt und die Dückerleitung auf einer Länge von ca. 0,5 m freigelegt. Dies gestaltete sich als sehr schwierig, weil der Arbeitsbereich mit zunehmender Tiefe trichterförmig wurde. Da eine weitere Beschädigung nicht zu erkennen war, entschied man sich für die folgende Reparatur:

Reparatur
Der aufgebogene Teil des Lecks wurde weggebrannt und die alte Isolierung entfernt. Ein Reparaturblech 15 mal 20 cm wurde vorbereitet. Um die genaue Biegung der Reparaturstelle zu kopieren, wurde das Blech aus dem neuen Rohr, welches für den oben erwähnten Reparaturvorschlag  vorgesehen war, herausgebrannt.
Das Blech wurde auf der Leckstelle durch verkeilen justiert und durch Mehrlagenschweißungen unter Verwendung von 3,25 mm UW- Schweißelektroden fixiert.

Prüfung
Nach Beendigung dieser Arbeiten wurde vom Wasserwerk eine Druckprobe mit sechs Bar über drei Stunden durchgeführt. Die Reparaturstelle war abgedichtet. Nach Abschluss der Reparatur wurde noch auf Verlangen des Wasserwerks eine UW- Videodokumentation über den Zustand der Reparaturstelle angefertigt.
Abschließend wurde der Arbeitsbereich mit Baggergut bis zur Sohlenhöhe verfüllt.

Die Reparatur der Dückerleitung war abgeschlossen.


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