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Berufstaucher

Kabelverlegung vor Sylt

von Christian Plate

 

Ein Telekommunikationskabel zu legen erfordert einen großen Aufwand an Personal und vor allem an Technik. Das soll am Beispiel einer Kabelverlegung vor Sylt dargestellt werden.

Um den Strand an der Nordsee vor Sylt aus Gründen des Natur- und Touristenschutzes möglichst unversehrt zu lassen, wird ein Rohr unterhalb des Standes ca. 500 bis 600 m in Richtung See gelegt. Dieses Rohr dient als Führung und Schutz für das spätere Telekommunikationskabel.

Nach der Rohrverlegung kommen Schiffe und vor allem Taucher zum Zuge. Für die Taucherarbeiten vor Sylt war der Jade-Dienst aus Wilhelmshaven beauftragt. Die Taucherarbeiten wurden von zwei Schiffen aus mit acht Tauchen ausgeführt. Bei den Schiffen handelte es sich um den Kabelleger "Wind", ein Tauchmutterschiff namens "Suleman Ray" und ein Tauchschiff mit den Namen "Steinbutt".

Von der "Steinbutt" aus suchen die Taucher als erstes das Rohrende, welches sich in 4 m Tiefe befindet. Nachdem das Rohrende gefunden ist, wird ein 18 m langes PE- Rohr angeflanscht, um als Knick- und Scheuerschutz für das spätere Kabel zu dienen. Nachdem die beiden Rohre verlegt und verbunden sind, wird das eigentliche Kabel vom Schiff aus mit einem Seil, das als Zug- und Führungsseil genutzt wird, durch das Rohr gezogen.

Befindet sich das Kabel in seinem Führungsrohr, muss dieses ca. 2 m tief eingespült werden, da sich die Anlage in entsprechend geringen Tiefen befindet, wo sie durch die Sportschifffahrt und Fischerei beschädigt werden könnte. Für die Spülarbeiten wird der Bagger mit Namen "Cat" eingesetzt. Er ist auf die "Steinbutt" verbracht. An der Baggerschaufel ist ein Injektor befestigt. (Hierbei handelt es sich um einen Schlauch, durch den mit Hilfe von Pressluft Sand angesaugt wird). Für die Spül- und Saugarbeiten sind an Bord große Pumpen vorhanden, die mit 10 bar Druck den Injektor versorgen. So wird eine Rinne am Meeresboden ausgespült.

Um das Spülgut zu entfernen, befindet man sich in der Tidenströmung. Der durch den Injektor aufgewirbelte Sand wird automatisch durch den Tidenstrom verdriftet. Auch das Verfüllen der gespülten Rinne überlässt man den Kräften der Natur. Die starken Strömungen der Tide spülen denn Graben schnell wieder zu. Nachdem das Führungsrohr verlegt und eingespült ist, wird alles von den Tauchern kontrolliert.

Da die Tideströmung zu stark ist, kann nur während der Stauwasserzeiten getaucht werden. Erst jetzt kommt der Kabelleger zum Einsatz. Er hat das Kabel an Bord und zieht am Meeresboden einen Spülschlitten hinter sich her. In dem unteren Teil des Schlittens befindet sich ein Schwert, an dessen Spitze das Kabel geführt wird. Das Schwert ist tiefenverstellbar, um die Verlegetiefe regulieren zu können.

Weiterhin befinden sich an dem Schlitten Motoren, die mit Wasserdruck einen Graben in des Sediment spülen. Hier hinein wird nun das Kabel mit Hilfe des Schlittens verlegt. Die "Wind" arbeitet rund um die Uhr von Sylt in Richtung England. Solange der Schlitten in weichem Sediment arbeitet, gibt es kaum Probleme. Schwierig kann es werden, wenn der Schlitten auf eiszeitliche Hinterlassenschaften trifft: Findlinge.

Aber auch Reste von unserer Zivilisation Können den Verlegebetrieb empfindlich stören. Für solche Fälle und bei eventuellen Störungen der Technik müssen die Taucher jederzeit einsatzbereit sein, so dass sich die Tauchmannschaft im "Stand-By Betrieb" befindet. Aber auch für routinemäßige Kontrollen des Schlittens und Kabels müssen die Taucher ins Wasser.

Erst in tieferen Gewässern ist es nicht mehr möglich die Kabelverlegung als Taucher zu beobachten. Doch dann sind Tiefen erreicht, in denen das Kabel nicht mehr in einem Graben verlegt werden muss, da es hier nicht mehr durch die Anker der Schiffe und auch nicht mehr durch die Schleppgrundnetze der Fischerei erreicht werden kann.


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