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Biologie

Antiquallen-Plan

Feuerqualle (Cyanea Capillata)

Quelle: Lübecker Nachrichten vom 03.07.2007

Spaniens Strände bereiten sich auf eine stille Invasion vor. Die Behörden befürchten eine größere Quallenplage, nachdem bereits im Winter an der Mittelmeerküste größere Bänke der für Badeurlauber lästigen Nesseltiere gesichtet worden waren. Im Gegensatz zu früheren Jahren haben die Medusen wegen der hohen Wassertemperaturen zwischen Cádiz und Girona überwintert - und sich kräftig vermehrt. „Wäre das Meer die Börse, müsste in Quallen investiert werden", schrieb die Zeitung „El Pais".

 

Das Urlaubsland Spanien hat deshalb einen „Antiquallen-Plan" beschlossen. Er sieht unter anderem vor, landesweit die Küstenwache sowie Fischer und tausende freiwillige Bootsbesitzer zu mobilisieren. Werden irgendwo größere Bänke der durchsichtigen Tiere geortet, sollen sie die Behörden des jeweiligen Ortes benachrichtigen, damit die Badegäste rechtzeitig gewarnt werden können. Dann sollen die Quallen dann mit Netzen eingefangen werden. „Völlig quallenfreie Strände können wir allerdings nicht garantieren", heißt es im Madrider Umweltministerium.

gestrandete Feuerqualle

Kritiker fordern, es müsse mehr getan werden. Das Budget von nur 400 000 Euro für den „Plan Medusa" sei unzureichend. Schließlich mussten bereits im Vorjahr tausende Urlauber von Sanitätern behandelt werden, weil sie mit Quallen in Berührung kamen. Allerdings ist die Quallenjagd auch nicht einfach. Kilometerlange Netze im Wasser zu verankern, wie es manche fordern, sei unwirksam, sagt der renommierte Meeresbiologe Josep Maria Gili. Ohnehin dürfe es nicht darum gehen, eine für das ökologische Gleichgewicht wichtige Art völlig zu dezimieren, vielmehr müssten die Ursachen der Ausbreitung geklärt werden. Jede Qualle, die an die Küste kommt, ist wie eine Botschaft. Sie sagt uns, dass das Meer krank ist", so Gili.

 

Feuerqualle von oben (im Hintergrund zwei harmlose Ohrenquallen)

Einige Gründe der rapiden Ausbreitung sind bekannt: Wegen der Überfischung des Mittelmeeres haben die von Plankton lebenden Quallen kaum noch natürliche Feinde wie Tunfisch, Schwertfisch oder Schildkröten. Auch Nahrungskonkurrenten wie Sardinen werden rar. Zudem begünstigt das warme Wasser die Vermehrung.

In Andalusien im Süden Spaniens versuchen die Behörden, einer Plage auf natürliche Weise vorzubeugen: In Málaga läuft ein Pilotprojekt zur Züchtung der Karettschildkröte. Ausgewachsene Exemplare könnten in einer Woche bis zu einer Tonne der Nesseltiere fressen.


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