DIE PROFITAUCHER - Jürgen Hock - Grootkoppel 29 - 23558 Lübeck - Germany

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Historie

 

Tauchen in Frühzeit und Antike
 

• ca. 4500 v. Chr.: Apnoetauchen in Ostasien, Indien und am Arabischen Meer holen Perlen, Perlmutt, Schwämme und Korallen aus dem Meer.
• ab ca. 2500 v. Chr.: Griechische Apnoetaucher holen vor allem Schwämme in großen Mengen aus dem Mittelmeer.
• ca. 460 v. Chr.: Der Grieche Scyllias taucht im Mittelmeer nach versunkenen Schiffen, um Schätze zu bergen. Atemluft führt er angeblich in einem umgedrehten Kessel mit sich.
• ca. 450 v. Chr.: Die ersten Marinetaucher kommen in Griechenland zum Einsatz. Sie sollen unter Wasser feindliche Schiffe anbohren.
• ca. 350 v. Chr.: Aristoteles berichtet von Schwammtauchern, die Tauchglocken verwenden.
• ca. 340 v. Chr.: Angeblich macht [[Alexander der Große]] in jungen Jahren einen Tauchversuch im Mittelmeer.
• ca. 20 v. Chr.: Kleopatra VII. Königin Cleopatra verdächtigt [[Marcus Antonius]] der Mogelei beim Angeln und lässt ihm von Tauchern bereits gesalzene Fische an die Angel hängen.
• ca. 60 n. Chr.: Plinius der Ältere berichtet in seinen Schriften über Kampftaucher, die er mit Schnorcheln ausstatten ließ.

 

Tauchen im Mittelalter und in der Renaissance

Um 1500 entwarf Leonardo da Vinci in Venedig einen Taucheranzug, der die Versenkung der türkischen Kriegsflotte ermöglichen sollte. Er sah einen schweinsledernen Anzug vor; die Kappe sollte mit zwei knapp handtellergroßen Glaslinsen versehen sein. Die Luftversorgung dacht da Vinci durch einen Blasebalg über zwei Schläuche. Im Rahmen einer Sendereihe der BBC über da Vincis Schaffen unternahm die Taucherin Jacquie Cozens im Jahre 2003 Tauchversuche in einem Nachbau. Cozens „überstand“ einige Zeit in Tiefen von ca. 2-3 Metern, ohne jedoch ernsthafte Arbeiten in dem Anzug ausführen zu können.
 

 

Tauchgänge im 18. und 19. Jahrhundert

1715: Der Brite John Lethbridge baut seine Tauchtonne (Diving engine).
1725: Einsatz der Tauchtonne von Lethbridge bei Bergearbeiten vor Portugal.
1797: Mit einem schlauchversorgten Helmtauchanzug des Deutschen Heinrich Klingert gelingt es, in ca. 6 m Tiefe in der Oder bei Breslau einen Baumstamm bei starker Strömung zu durchsägen.
1800: Der Kapitän Peter Kreeft aus Barth führt einen funktionierenden Helmtauchanzug in der Ostsee vor.
1819: Offener Helmtauchanzug durch Siebe. Die Luft entweicht unter der Jacke des Tauchers.
1829: Die Engländer Charles und John Deane of Whitstable erfinden (bzw. perfektionieren) das Helmtauchen mit externer Luftversorgung.
1838: Der nach England emigrierte deutsche Büchsenmacher August Siebe (Sachsen) entwickelt den Helmtauchanzug. Bis zur Entwicklung des „standard diving apparatus“ bestand die Gefahr, dass durch eine falsche Bewegung des Tauchers Wasser in den Helm eindrang und der Taucher im Helm ertrank. Der Anzug von Siebe wurde fest mit dem Helm verbunden, so dass ein Eindringen von Wasser verhindert wurde. Der Helmtaucher wird bis zur Erfindung des Lungenautomaten die wesentliche praktisch genutzte Technik bleiben.
1839–1845: Bergungsarbeiten am 1782 vor Spithead gesunkenen Schlachtschiff HMS Royal George. Entwicklung grundlegender Arbeitstechniken unter Wasser. Verwendung des geschlossenen Taucherhelmes von Siebe, Anwendung des Zwei-Mann-Prinzip.
1840–1900: Beginn der Caisson-Arbeiten, nach Unfällen entsprechende medizinische Beschreibung der Caisson-Krankheit.
1865: Die Franzosen Rouquayrol und Denayrouze entwickeln den Vorläufer des Tauchgeräts mit Atemregler. Die Luftversorgung kommt entweder per Schlauch von der Oberfläche oder ist autonom, also ohne Schlauch möglich. Siehe: Rouquayrol-Denayrouze
1893: erste Unterwasserphotographie (Plattenkamera) durch den Franzosen Louis Boutan.

 

Entwicklung des Tauchens im 20. Jahrhundert

1906: Der britische Taucher William Walker beginnt mit Taucharbeiten unter dem Fundament der Winchester Cathedral zur Wiederherstellung der Standsicherheit des Gebäudes. Sein bahnbrechender Einsatz zieht sich bis 1911 hin.
1906–1908: Entwicklung und Veröffentlichung der ersten Dekompressionstabellen durch Sir John Haldane.
1911: Das deutsche Unternehmen Dräger entwickelt ein Helmtauchgerät mit schlauchloser Atemluftversorgung durch einen Rebreather, der bereits seit 1907 in einem Tauchretter für U-Boot-Besatzungen zum Einsatz gekommen war. Ab 1912 behauptet sich das schlauchlose Helmtauchgerät erfolgreich am Markt.
1917: Entwicklung des ersten praktikablen Panzertauchgeräts durch Neufeldt und Kuhnke.
1918: Japaner patentieren in Großbritannien ein System namens „Ohgushi's Peerless Respirator“, ein Set von Zylindern, die mit auf fast 200 Bar komprimierter Luft gefüllt sind und auf dem Rücken eines Helmtauchers getragen werden.
1925: Der Franzose Yves Le Prieur demonstriert das helmlose Tauchen mit einer Pressluftflasche. Die Luft strömt laufend in eine Vollgesichtsmaske und muss tiefenabhängig manuell geregelt werden. Über einen Lungenautomaten verfügt das Gerät nicht.
1926: Dräger bringt einen Bade-Tauchretter auf den Markt. Ein Rebreather versorgte den Träger für ca. eine Dreiviertelstunde mit Sauerstoff zur Suche und Bergung verunglückter Schwimmer.
1933: Der Franzose Louis Ce Corlieu entwickelt die ersten Flossen – er lässt sie zuerst in Frankreich, später auch in den USA patentieren. Vermarktung durch den Geschäftsmann Churchill. Ähnliche Konstruktionen bzw. weitere Entwicklungen, auch durch andere Personen, folgen.
1937 ff.: Der Biologe Hans Hass beginnt nach Erfahrungen als Freitaucher mit der Erforschung des Unterwasserlebens. Er benutzt ein umgebautes Dräger-Sauerstoffkreislaufgerät und setzt seine in Film- und Fernsehen bekanntgewordenen Arbeiten nach dem Krieg fort.
1937–1939: Der Amerikaner Charles Swede Momsen beginnt die Erforschung der Atemgase und der beim Tauchen mit Pressluft auftretenden Stickstoffnarkose. Eine von ihm entwickelte Taucherglocke rettet 1939 33 Mann aus dem gesunkenen U-Boot Squalus. Tauchretter in der U-Boot-Ausbildung, Einsatz von Helium als Inertgas in Atemgasmischungen bei Helmtauchern.
1942–43: Nachdem der verbrauchsgesteuerte Atemregler von Rouquayrol und Denayrouse (1864) in Vergessenheit geraten war, entwickeln Georges Commeinhes und Emile Gagnan auf Anregung von Jacques-Yves Cousteau die so genannte „Aqualung“, den ersten Lungenautomaten. Der Lungenautomat wird zum Wegbereiter des heutigen Sporttauchens.
1939–1945: Im Zweiten Weltkrieg rettet der Tauchretter zahllosen U-Boot-Besatzungen aller Länder das Leben. Zugleich befindet sich dasselbe Atemgerät bei Froschmännern, Kampfschwimmern und den italienischen und britischen bemannten Torpedos im Kriegseinsatz.
 
Januar 1943: Patenteintragung von „Aqualung“
1946: Cousteau's Aqualung wird am französischen Markt eingeführt. Markteinführung in anderen Ländern: 1950 in Großbritannien, 1951 in Kanada und 1952 in den USA
August 1947: Der Franzose Dumas stellt einen neuen Unterwasserweltrekod auf: 307 Fuß Tiefe im Mittelmeer.
1949: BARAKUDA wird von Hans-Joachim Bergann und Dr. Kurt Ristau in Deutschland gegründet.
1950: Frankreich hat bis dato 10 Stück der Aqualunge in die USA exportiert. Der dortige Händler erklärt Cousteau: „Der Markt ist gesättigt! ...“. Die Geschichte zeigt: ein Fehlurteil.
1955: Entwicklung des zweistufigen Lungenautomaten durch Gautier und Bronnec.
1957: Cousteaus Weggefährte Phillipe Tailliez nutzt erstmals die Unterwasserphotographie zur Kartographierung und Aufklärung eines Wracks.
1959–1963: Einführung des Dekometers, einem weit verbreitetem mechanisch-pneumatischen Vorgänger des Tauchcomputers.
1961: Tauchgang von Hannes Keller und McLeish auf 230 Meter im Lago Maggiore. Durch optimierten Gasgemischwechsel bereits nach einer Stunde wieder an der Oberfläche.
 
1962: Nach Arbeiten an der Brühlmann-Deko-Tabelle Tauchgang des Schweizers Hannes Keller auf über 300 Meter. Wechsel der Atemgasgemische entsprechend der Sättigung bzw. Tiefe während des Tauchgangs. Tod von Peter Small und einem Sicherungstaucher durch Tauchunfall.
1962–1970: Die Unterwasserstationen des französischen Precontinent- und des amerikanischen Sealab-Programms dienen der Erforschung der Offshore-Tauchtechnik und des Sättigungstauchens.
1968: Entwicklung des ersten elektronisch mischenden Kreislaufatemgeräts ElectroLung. Todesfälle durch verbrauchten Atemkalk.
1969: Entwicklung des ersten voll funktionsfähigen und einsetzbaren Panzertauchgeräts JIM.
1971: Scubapro entwickelt das erste Stabilizing Jacket.
1974: Die umstrittene Regisseurin Leni Riefenstahl täuscht einen Tauchlehrer, gibt (mit über siebzig Jahren) ein geringeres Alter an und lernt erfolgreich das Tauchen.
1992:

Druckkammer-Tieftauchgang auf 701 Meter durch die französische Gesellschaft COMEX.


 

Bathysphere

Bauplan eines Taucherhelms

historisches Tauchgerät

Helmtauchen mit Fremdversorgung

erste Taucherglocken

antike Versuche

Bauplan

Panzertauchgerät

gefährliche Erstversuche

 

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